Speicher für die Energiewende

Speicher für die Energiewende

Zwei große Probleme beim Thema Energiewende, sind fehlende Speichermöglichkeiten und starke Schwankungen – beides soll nun, wenn es nach dem Fraunhofer Institut in Magdeburg geht, durch Mega-Batterien ausgeglichen werden. Die Großbatterie, die im Forschungslabor entstand und nun zur Realität wurde, ist so leistungsstark, wie keine andere verfügbare Energiezelle – und damit vielleicht der Wegweiser weg von fossilen Brennstoffen hin zu regenerativen Energiequellen.

Warum wir leistungsstarke Energiespeicher brauchen, um die Energiewende durchzusetzen

Die Energiewende ist in aller Munde: Wir können uns nicht mehr auf fossile Brennstoffe, wie Kohle oder Gas verlassen, denn sie sind nicht nur eine große Belastung für unsere Umwelt, sondern auch irgendwann komplett erschöpft. Aus diesem Grund sind regenerative Energiequellen, beispielsweise Wind, Wasser oder die Sonne, ein wichtiger Teil der Energiestrategie der Zukunft. Doch es gibt ein Problem:

  • Der Wind bläst und die Sonne schein nicht immer – und die Flüsse, die das Wasser für den Antrieb von Generatoren und Co. liefern, strömen nicht durchgehend stark.
  • Schwankungen bei der Energieproduktion sind die Folge.
  • Und sind diese Schwankungen besonders stark, kann es zu Engpässen kommen, sodass im schlimmsten Fall Stromausfälle die Folge sind, wenn der Strom ausschließlich „on time“ produziert und verbraucht werden muss.

Energiespeicher sind deshalb unbedingt notwendig, um diese Schwankungen auszugleichen – das ist der Punkt, an dem die Großbatterien zum Einsatz kommen.

Großbatterien als Energiespeicher

Ihre Kapazität ist so groß, dass sie die regenerative Energie speichern kann – auch direkt vor Ort, da sie mobil eingesetzt werden können – um sie dann auszuliefern, wenn sie gebraucht wird. Aktuell wird ein Teil des Ökostroms über Hochspannungsleitungen nach Norwegen transportiert. Eine Lösung, die teuer und vor allem aufgrund der Leitungen, die über der Erde verlegt werden, bei Anwohnern nicht gerade auf Gegenliebe stößt.

Dass das erdachte Szenario durchaus möglich ist, zeigte ein Test des Fraunhofer Instituts: Das komplette Gebäude, in dem nicht nur 150 Mitarbeiter arbeiten, sondern das auch noch voll von modernstem (energiehungrigem) Equipment ist, kann ganze fünf Stunden unterbrechungsfrei mit Strom beliefert werden. Brechen wir das Ergebnis auf den privaten Bereich herunter, könnten mit der

Großbatterie bis zu 100 Haushalte über einen Zeitraum von 24 Stunden versorgt werden.
Die Großbatterie, die das Fraunhofer Institut entwickelt hat, ist erst der Anfang – aber sie zeigt wohin der Weg gehen kann, sowohl im privaten als auch im kommerziellen Energiesektor. Nun gilt es die Produktionskosten, die bei rund einer Million Euro liegen, zu minimieren, um den Einsatz flächendeckend einführen zu können. In jedem Fall ist die Großbatterie ein wichtiger Schritt in Richtung Energiewende.